5 mal 5 mal 5 = Gesundheit
Presseecho - 25.05.2010

Draußen lockten Bierchen und deftige Kost, drinnen Informationen. Und die werden manchen das eigene (oder Tisch-Nachbars) Hüftengold zumindest für eine Stunde Kilo-schwer bewusst gemacht haben.
Der BVMW, der Bundesverband mittelständische Wirtschaft bat die rund 150 Mitglieder seines Kreisverbands Gelsenkirchen, Bottrop, Gladbeck zum Unternehmerabend. Die Stölting Dienstleistungsgruppe hatte für die runde Besucher-Hundertschaft extra ihre Halle an der Willy-Brandt-Allee freigeräumt und Medicos-Medizinern, Trainern, Sportwissenschaftlern sowie dem Ex-Radprofi und aktiven Sport-Kommentator Marcel Wüst ein Podium aufgebaut. Dort ging es um „Sportliche Aktivitäten nach Feierabend“. Also das, was manche machen, andere sich immer wieder vornehmen und selten schaffen und noch andere kategorisch ablehnen.
Nun, die No-Sports-Fraktion outete sich nicht. Dafür aber Gelegenheits-Sportler mit Motivationsschwierigkeiten. Dass Sport – in Maßen betrieben – gesund ist, Lebensfreude und -qualität erhöhen kann, im Alter vor Ausfällen schützt und auch die Arbeitskraft fördern kann, war allen klar.
Nur wie den inneren Schweinehund überwinden, dem Lockruf des Sofas widerstehen? Indem man sich gar nicht erst groß in Versuchung bringen lässt, empfahlen die Profis. Egal ob Joggen, Radfahren oder Schwimmen: „Man muss sich kleine Erfolgserlebnisse schaffen und kleine Ziele setzen, die man nach und nach erreichen kann, dann macht es Spaß“, so Jochen Hahn, Trainer des Milram-Radprofiteams. Sich „zu fixen Terminen mit Freunden“ zum Sport zu verabreden oder einen der vielen organisierten Lauftreffs zu nutzen, seien „probate Mittel, mit Sport anzufangen“, findet Marc Böhme (Bunert Sports).
Zeitmanagement ist für Wüst ein Schritt zum Erfolg. „Wir disziplinieren uns im Job, sind dort pünktlich, sind vorbereitet, aber uns selbst vernachlässigen wir immer wieder. Aber wir haben nur einen Körper, mit dem wir alt werden wollen und müssen.“ Sich 5 mal 5 mal 5 Minuten Sport in der Woche zu gönnen, mal die Treppen zu laufen statt den Lift zu nutzen, nicht viel mehr Kalorien zu verbrennen als aufzunehmen, gehört für den Ex-Extremsportler zur gesundheitlichen Grundausstattung.
Ausreden gelten nicht. „Es gibt eigentlich keine Krankheit, die verhindert, dass man Sport treibt“, glaubt Dr Stefan Middel (Medicos). Und wenn man körperlich was leistet, kann man sich auch körperlich was gönnen: Vielleicht ein Bierchen. Oder Chicken-Wings mit Kartoffelsalat. Die Zuhörer erledigten schon mal den Genuss-Part. Für Bewegung sorgte zwischendurch eine Artistin des Essener GOP-Varietés – mit einer spektakulären Hula-Hoop-Nummer. Gertenschlank.
WAZ / 22.05.2010 - Jörn Stender
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